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Gas aus Afrika?

Olaf Scholz freut sich darüber, dass Senegal und Mauretanien vor ihrer Küste große Erdgasfelder erschließen und ausbeuten wollen. Bislang war es immer ein großes Thema auf Klimaschutzkonferenzen gewesen, Investitionen in neue Explorationsprojekte von fossilen Energiestoffen möglichst nicht zu fördern, sondern eher zu verhindern. Länder des Südens sollten für den dringend erwünschten Verzicht auf die Öffnung weiterer fossiler Pandorabüchsen entschädigt werden. Es ist schließlich Standard der Klimaforschung, dass ein Großteil der bereits bekannten „Vorräte“ unter der Erde bleiben muss, wenn man eine Chance auf Abwendung einer globalen Hyper-Katastrophe noch wahren möchte.  

Der entscheidende Teil der nötigen „Zeitenwende“-Aktivität findet nach wie vor leider nur im verbalen Bereich statt: Wie können wir die Verbrauchsmengen reduzieren? Stattdessen wird hektisch daran gearbeitet, neue Lieferanten zu aktivieren, damit es bitte so weitergehen kann wie gewohnt. Ganz ohne die Zuspitzung durch Russlands Krieg stand schon lange fest, dass Deutschland eine massive CO2-Schlankheitskur braucht: Um die Verpflichtungen des Pariser Abkommens zu erreichen dürfte Deutschland bis 2031 nur noch 1,4 Gigatonnen ausstoßen, hat Prof. Remo Klinger als einer der maßgeblichen Fachanwälte beim erfolgreichen Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht zum Klimaschutz vorgetragen; die aktuellen deutschen „Klimaschutz“-Pläne liefen aber auf Emissionen von weiteren 5,6 Gigatonnen CO2 hinaus. 

Das Gas aus Afrika wird uns hier nicht weiterhelfen. Wir müssen endlich einen kreativen Prozess des Nachdenkens über - bitte nicht erschrecken - radikale Reduzierungen einleiten. Das Wechseln des Dealers hat noch keinen Junkie gerettet… 

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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