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Statt schmutzigen Strom zu reduzieren - Leider Verdacht eines oberflächlichen Gefälligkeitsgutachtens?

Das Berlebad in Berching wird vor allem mit schmutzigen Strom aus Braunkohle- und Atomkraftwerken versorgt;

nach Auslaufen des Wärmeliefervertrages gäbe es die Chance auf Sektorkopplung.

In der Berchinger Stadtratssitzung am 25. Juli 17 hatte Josef Neumeyer, Energiereferent im Stadtrat, bei der Diskussion um die weitere Versorgung des Berlebades den Verdacht geäussert, dass die Präsentation von Prof.Dr. Brautsch zu dieser Thematik vom 25.4. den Verdacht nahelegt ein öberflächliches Gefälligkeitsgutachten zu sein; und dies auch begründet.

Daraufhin erfolgten unterschiedlichste Rückmeldungen; deshalb will Josef Neumeyer nochmal öffentlich Stellung nehmen und sich der Diskussion stellen!

Leider stellt der Bürgermeister der Stadt Berching diese Präsentation von Dr. Brautsch - wie viele andere von den Bürgern bezahlte Gutachten auch - nicht den Bürgern öffentlich zur Verfügung; auch bekommt man selbst als Energiereferent keine Ausarbeitung um Aussagen der Präsentation verifizieren zu können!

In der Präsentation von Dr. Brautsch werden Varianten mit Blockheizkraftwerken zur Versorgung des Bades nur im Vollastbetrieb dargestellt; auf die Nachfrage warum nicht auch auf die Eigenschaft eingegangen wird, BHKWs auch in der Leistung modulierend zu betreiben, wurde von Dr. Brautsch geantwortet: das ginge nicht!

Dies stimmt mit meinen Wissen nicht überein. Trotz dieser Einschränkung auf Betrieb ausschließlich auf Vollast des BHKW ergäben sich lt. Gutachten immer noch Einsparungen von brutto 1428o€ jährlich bei Nutzung eines Beispiel-BHKWs gegenüber der jetzigen Strom- und Wärmeversorgung. Dies scheint nicht besonders zu interessieren, obwohl es in 20 Jahre mehr als 285ooo€ wären und wir unser Defizit im Berlebad reduzieren könnten. Langfristig zahlen es die Badbesucher und alle Bürger von Berching über den Stadthaushalt.

In der Zusammenfassung der Präsentation werden diverse BHKWs als möglich beschrieben; jedoch auch betont:

Kostengünstige und umweltfreundliche Wärmeversorgung sei bereits vorhanden, da die Fernwärme aus Biomasse sei.
Und dies bei netto 6,8Ct/kWh im Gutachten; brutto zahlen wir 8,15Ct/kWh für die Wärme.

Auch scheint im Gutachten unter dem Tisch zu fallen, dass die Spitzenlast des Heizwerks mit Heizöl bereitgestellt wird. Weiter zahlen wir im Fernwärme-Heizpreis anteilig allein ca. 25ooo€ pro Jahr nur für Bereitstellung des Ölkesselanteils. Und die Hackschnitzel werden in der Regel auch nicht ohne fossilen Treibstoff bereit gestellt, wie oft unterstellt wird.

Geschweige denn, dass im Gutachten die Idee der sinnvollen Sektorkopplung betont wird:

Sektorkopplung bedeutet hier aus einem Brennstoff dezentral vor Ort hochwertigen Strom zu erzeugen, der nicht transportiert werden muss, und mit der Abwärme zu heizen, um den Energieträger optimal zu nutzen und den CO2-Ausstoss in Summe zu minimieren. Weiter würde also die Stadt mit einem BHKW weniger schmutzigen Braunkohlestrom aus dem Norden beziehen und der ungeliebte Strom-Trassenausbau würde reduziert.

Aus Sicht des Energiereferenten wäre es also durchaus ökonomisch und ökologisch von Vorteil einen Großteil des Stromes vor Ort dezentral zu erzeugen und die dabei anfallende Wärme zu nutzen um damit das separate Verbrennen von Holz für ausschließlich lauwarmes Wasser etwas einzuschränken.

Auffällig ist auch noch im Zusammenhang mit den Wärmekosten, dass wir - die Stadt - im Vergleich zum Landkreis (zuständig für die Realschule) für das Berlebad einen deutlich höheren spezifischen Bereitstellungspreis pro Leistungseinheit an das Heizwerk zahlen, obwohl das Berlebad ganzjährig kontinuierlich Wärme abnimmt.

Wir verbrauchen im Berlebad Strom und Wärme von jeweils ca. 200 Haushalten und dies relativ gut verteilt auf das Jahr; das schreit förmlich nach kombinierter Nutzung eines BHKWs für Strom und Wärme.

Das Problem liegt hier vermutlich im Interessenkonflikt unseres Bürgermeisters, der die Interessen der Bürger und die der Heizwerk-Anteilseigner in Personalunion vertritt; die Stadt hält am Heizwerk 7 Anteile für ca. 18T€ - es entspricht ca. 12% der 148T€ Eigenkapital des Heizwerks.

Und da scheinen die Bürger ins Hintertreffen geraten zu sein zu Gunsten der Heizwerkgesellschaft.

Ich bitte um eine ergebnisoffene Herangehensweise zum finanziellen und ökologischen Wohle der Berchinger Bürger mit nachvollziehbaren Fakten und konkreten Angeboten statt mit nicht nachvollziehbaren Ansätzen.

- mit sonnigen Grüßen
:-) Josef Neumeyer


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