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Stellungnahme in der Stadtratssitzung zum Schulstandort bzw. der Standortanlyse dazu

Stadtverwaltung und -Rat entscheiden ohne Transparenz und Bürgerbeteiligung

Das Gutachten „Analyse Schulstandorte Berching“ wurde trotz Antrag und Inaussichtstellung in der Mai Stadtrats-Sitzung leider nicht veröffentlicht und ins Internet gestellt.
Ja das Gutachten enthält sogar einen Sperrvermerk, so dass es ohne Zustimmung des Gutachters nicht weitergegeben werden darf.
Die Berchinger Bürger zahlen eine teuere Standortanalyse, die sie nicht mal einsehen dürfen trotz sog. Informationsfreiheit;
was gibt es für Gründe der Geheimhaltung?
Oder ist es ein Schildbürgerstreich ?
In keinem Berchinger Mitteilungsblatt der letzten Monate wurde diese für die Kommune weitreichende Entscheidung des Schulstandorts entsprechend thematisiert.
Auch bei der letzten Bürgerversammlung in Berching war der Bürgermeister nicht bereit dieses Thema zu diskutieren.
Sieht so Transparenz und Bürgerbeteiligung im Berchinger Rathaus aus?

Ein Bus voller Berchinger Bürger war vor fast 4 Jahren mit dem „Verein Gemeinsam für Berching“ in der Gemeinde Weyarn an der Mangfall um uns mit  einem Aushängeschild für Bürgerbeteiligung auseinander zusetzen und wir konnten dort vom Altbürgermeister erfahren, wie Bürgerbeteiligung explizit z.B. bei der Suche nach einem Schulstandort für die Grundschule aussah: Engagierte Bürger konnten sich dort einbringen; und dies war wichtig für die Akzeptanz und den Zusammenhalt der Bürger.
Leider glänzte unser Bgm damals durch Abwesenheit wie auch zuletzt bei einer Exkursion des Freundeskreises der Berchinger Volksschule nach Öttingen u. Bechhofen.
Wir erkundeten die Schulen dort, die nach dem auch für Berching beschlossenen pädagogischen Konzept der Lernlandschaften arbeiten.
Hr. Bürgermeister Prioritätensetzung für unsere Kinder sieht anders aus!

Nun zur sog. Standortanalyse selbst:
1. diese ist z.T. kaum leserlich; und ist so eine Zumutung damit zu arbeiten!
Einer wiederholten Bitte an die Stadtverwaltung diese Analyse als Datei zu erhalten, um sie am Bildschirm besser lesen u. bearbeiten zu können, wurde nicht entsprochen.
2. Es fehlt eine Analyse der Folgekosten; ökonomisch, ökologisch und sozial.
v.a. ist z.B. der Bustransfers nach Holnstein und innerhalb Berchings zwischen den Schulstandorten nicht analysiert u. dargestellt.
3. In Holnstein ist lt. Gutachten eine nötige Generalsanierung fast so teuer wie ein Neubau? Das bedeutet, wir haben damit volle Entscheidungsfreiheit, da dadurch ein Rückbau finanziell kein Nachteil wäre.
   Ich will mich beim Schulstandort Holnstein nicht vor festlegen; es bedarf auch einer ehrlichen Analyse was dies für Berching, Holnstein oder gar z.B. für Pollanten bedeuten würde.
Pollanten ist unsere zweitgrößte Ortschaft und wächst weiter. Es wurden erst weitere 37 Baugrundstücke auf den Weg gebracht.
Natürlich bilden auch strukturpolitische Überlegungen eine Rolle, aber ein blindes Für im Vorwahlkampf ohne differenzierte Abwägung sollte es nicht geben.
4. Holnstein wie auch Pollanten als Standort hat den Charme der leichten Überschaubarkeit für die Grundschüler. Aber sollten nicht die Grundschüler in Berching die gleiche Chance der besseren Überschaubarkeit haben wie die Schüler in Holnstein. Neumarkt hat 7 Grundschulen. Beilngries hat die Grund- u. Mittelschule wenigstens getrennt. Ich habe mit Beilngrieser Grundschullehrer gesprochen; ich hörte einhellig die Meinung, dass Schulen dieser Größenordnung getrennt werden sollten in Grund- u. Mittelschule;
eben v.a. wegen. der besseren Überschaubarkeit. insb. für die Grundschüler.
5. So würde z.B. aus dem vom Gutachter vorgetragenen Makel, dass der Weg zwischen Realschule u. Altstadt einen möglichen Standort durchschneidet ein natürliche Abgrenzung zwischen einer Grundschule auf der einen Seite und einer Mittelschule auf der anderen Seite.
6. Wie ist die Schülerzahlentwicklung in der Gemeinde?
Im sog. Gutachten finde ich keine Antwort; werden wir dann ähnlich überrascht sein wie bei den Zahlen für die Kindergartenbewerber, wo die Verwaltung überrollt wurde, weil scheinbar keiner in die Statistik schaute oder diese nicht lesen konnte.
Und in den nächsten Jahren kommen die Enkel v.a. der sog. Babyboomer.
7. Aufschlussreich waren auch die Erfahrungsberichte von Schulleiter u. Lehrer aus Bechhofen u. Öttingen bei der Exkursion vor ein paar Wochen mit dem Förderkreis unserer Volksschule.
In Öttingen wurde die Schule neu gebaut unmittelbar neben der alten; auch das war von viel Belästigung gekennzeichnet. In Bechhofen wurde die geräumige alte Schule in einem Zug saniert binnen eines guten Jahres bei voller Auslagerung.
Dies war nach dem Wunsch des Rektors und war eine Kraftanstrengung, aber man wollte nicht einer ganzen Generation von Schülern und Lehrern jahrelang eine Baustelle zumuten u. außerdem ist es auf der Baustelle viel einfacher Versorgungsleitungen komplett durchzuziehen statt immer Abschnittsweise aufzutrennen und zu stückeln.
8. Unsere Verwaltung u. der Bgm wollten von Anfang an eine Sanierung am alten Standort. Zuletzt sah der Bgm vergangene  Woche bei der Klausur ein, dass er bezgl. Sanierung relativ allein dastehen würde und hat eingelenkt.
Für einen Neubau z.B. neben der Realschule wären engagierte Grundstücksverhandlungen notwendig. Wenn der Bgm diese Aufgabe hat, ohne dass es seiner Idee entspricht, so wird sich dies am Erfolg bzw. Misserfolg zeigen.
9. Das mickrige, wenig aussagefähige Gutachten oder besser Gefälligkeitspapier hat 1 ½ Jahre gedauert:
So wird ausgeführt, dass für den jetzigen Standort nach einem Umzug keine Verwendung wäre.
Wir sind eine alternde Gesellschaft und es wurden in Berching in den letzten Jahren Seniorenheimplätze abgebaut statt aufgebaut
Hier hätten wir z.B. dringenden Bedarf und die vielen Nutzer der Kulturfabrik lösen sich auch nicht in Nichts auf durch den Glanz der Kulturhalle.
10. Im Gutachten wird bei einem Schulstandort an der Realschule für die Europahalle ein Ersatzneubau vorgeschlagen;
ich denke, den Mittelschülern ist für eine Doppelturnstunde der Spaziergang zur Europahalle zuzumuten; ein bisschen Laufen ist so gesund wie der Rest des Sports. Andererseits würde das Berlebad näher sein. Für die Grundschule ist eine Halle zu bauen; dies wäre lt. Fr. Delacroix auch beim jetzigen Standort nötig!
11. Thema Flächenversiegelung.
Das ist mir grundsätzlich ein Anliegen. Aber hier ist eine vernünftige zukunftsweisende Schule wichtiger und es kann vernünftig gebaut werden während am alten Standort unterrichtet wird!
Flächenversiegelung können wir anderorts viel einfacher einsparen. z.B. wenn wir statt eines Radweges von Solngriesbach zum Industriegebiet entlang der Straße den Begleitweg am Kanal nutzen u. asphaltieren.
12. Wir sollten jetzt nicht einen Schnellschuss machen ohne praktisch jegliche Bürgerbeteiligung, denn hier werden entscheidende Weichen für die weitere Stadtentwicklung gestellt. So kann ich heute keinem Beschluss zustimmen u. stelle den Geschäftsordnungsantrag den Beschluss zu diesem Thema zu vertagen.
13. Schlussendlich hoffe ich, dass die  Bürger der Berchinger Großgemeinde die Chance erhalten sich mit dem künftigen Schulstandort auseinandersetzen.
- und ich wünsche mir das Engagement v.a. von Eltern künftiger Berchinger Schüler, denn es betrifft insb. das Wohl Ihrer Kinder bei jahrelanger Baustelle in Abschnitten am jetzigen Standort wie von der Verwaltung vorgeschlagen.

Josef Neumeyer



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